360° Pflege

Das Glossar

An dieser Stelle erklären wir Fachbegriffe, die in der Projektarbeit wichtig waren. Wo dies möglich ist, verweisen wir auf öffentlich zugängliche Quellen. Alle anderen Einträge sind Arbeitsdefinitionen der Teilnehmer.

Karriere

Es ist zu unterscheiden zwischen vertikaler und horizontaler Laufbahngestaltung. Vertikale Laufbahngestaltung, primär zu fassen als Karriere- und Aufstiegsmanagement im Sinne von Führungslaufbahn (vgl. Regnet 2004), gilt als klassisches Segment der Personalentwicklung. Horizontale Fachlaufbahnen – auch als Spezialisten-/Expertenlaufbahn oder Projektlaufbahn bezeichnet (Domsch und Ladwig 2011) – gewinnen im Zuge der Veränderungen innerhalb der Arbeitswelt hin zu flachen Hierarchien und im Kontext begrenzter Tätigkeitsdauern eine zunehmende Bedeutung. Durch eine Spezialisierung auf bestimmte Tätigkeitsbereiche bzw. durch Übernahme einer weitgehenden fachlichen Verantwortung können Entwicklungs- und Entlastungmöglichkeiten im angestammten Tätigkeitsfeld geschaffen werden (vgl. Morschhäuser 2006). 
Quelle:
Frerichs, Frerich.: Einführung. Demografischer Wandel in der Erwerbsarbeit – Anforderungen an die Arbeits- und Laufbahngestaltung. In: Frerichs, Frerich (Hrsg.), Altern in der Erwerbsarbeit. Perspektiven der Laufbahngestaltung (Vechtaer Beiträge zur Gerontologie). Wiesbaden, 2016, S.11-22.

Kompetenzen

Kompetenzen sind innere Voraussetzungen (Dispositionen) eines Menschen, die ihn in die Lage versetzen, selbstorganisiert zu handeln (nach Erpenbeck/Rosenstiel 2003). Kompetent ist, wer in der Lage ist, mit Hilfe einer begrenzten Anzahl von (verallgemeinerbaren, abstrakten) Elementen und Regeln, eine (relativ) unbegrenzte Zahl von für seinen (Fach-) Bereich typischen Situationen zu verstehen und zu bewältigen (Chomsky 1981).
Quellen:
Erpenbeck, John; von Rosenstiel, Lutz (Hrsg.): Handbuch Kompetenzmessung. Erkennen, verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis. Stuttgart: Schäffer-Pöschel, 2003.
Chomsky, Noam: Regeln und Repräsentationen. Frankfurt: Suhrkamp, 1981

Kooperation

Kooperation lässt sich auch als Gemeinschaftsarbeit, Gemeinschaftsproduktion, Koproduktion, Teamarbeit oder Zusammenarbeit umschreiben. Kooperation kann sowohl auf der mono- als auch auf der multiprofessionellen Ebene stattfinden. 
Bedingungen selbsttragender Kooperationen nach Nowack und Gellert 2010:

  1. Geklärte Beziehungen und Rollen, z. B.: Sind die Rollen im Team klar und transparent? Inwieweit sind Arbeitsstile miteinander vereinbar? Schwelen Beziehungskonflikte?
  2. Übereinstimmung der Interessen, Ziele und Prioritäten, z. B.: Ist Kooperation an dieser Stelle und zu diesem Thema sinnvoll? Wird ein gleiches Maß an Zeit und Ressourcen investiert? Inwieweit hilft Zusammenarbeit bei der Erreichung individueller/kollektiver Ziele?
  3. Fehlende Konkurrenz, z. B.: Konkurrieren die Beteiligten/Positionen? Wird Wissen bewusst zurückgehalten?
  4. Vertrauen in die Kompetenz der Kooperationspartner, z.B.: Werden die Teammitglieder für ausreichend kompetent gehalten? Besteht Vertrauen in ihre Selbstständigkeit und Eigenverantwortung? Werden die eigenen Kompetenzen ausreichend gewürdigt? 

Quelle: 
Robert Bosch Stiftung (2011): Memorandum Kooperation der Gesundheitsberufe.