Fallbeispiel

Richard Klingler

  • Informationen:Mitte 70; Ehemaliger Manager
  • Angehörige:Ehefrau (Mitte 70)
  • Lebenssituation:Seit einigen Jahren Herzschrittmacher und regelmäßige Einnahme von Medikamenten. Zunehmende Reduzierung der Aktivitäten. Kinder und Enkel leben weit weg. Ehefrau übernimmt vieles im Krankheitsprozess. Klare Patientenverfügung vorhanden.
  • Diagnose:Parkinson, Prostatakarzinom mit Metastasen
Akutstationäre Pflege
Ambulante Pflege
Rehabilitationpflege
Stationäre Langzeitpflege

Richard Klingler war bis Mitte 70 sehr sportlich und reiste mit seiner Frau häufig zu ihrer in Australien verheirateten Tochter und Familie. Herr Klingler hat einen Herzschrittmacher und muss seitdem Medikamente einnehmen. Seine Frau bemerkte, dass er seine körperlichen Aktivitäten zunehmend reduzierte. Herr Klinglers Muskulatur am Oberkörper versteifte sich häufig, er klagte über Schmerzen und ging leicht gebeugt. Als ein Tremor an der rechten Hand unübersehbar wird, stellt die Hausärztin die Diagnose Parkinson. Sie bespricht mit dem Ehepaar das weitere Vorgehen und überweist Herrn Klingler außerdem an einen Kollegen, um eine Untersuchung der Prostata vornehmen zu lassen, da er über Schmerzen bei der Blasenentleerung geklagt hatte. Herr Klinglers Stimmung und gesamte Verfassung sind mit den Parkinson-Medikamenten nicht besser geworden. Er ist häufig müde und wirkt bedrückt. Beim Essen greift er nur zögerlich und in kleinen Portionen zu. Ein ambulanter Pflegedienst kommt mehrmals die Woche, da Frau Klingler ihren großen und schweren Ehemann nicht alleine duschen kann und er sich dabei sehr unsicher fühlt.

  • iEinsatz Pflegedienstleitung des ambulanten Pflegedienstes – mind. Bachelor-Abschluss mit langjähriger Berufserfahrung oder Masterabschluss

Zur Ersteinschätzung/ Auftragsklärung, Erstbesuch und Assessment.
 

  • iEinsatz Pflegefachperson mit Berufserfahrung

Erhält Unterstützung in der Grundpflege mit der Mindestqualifikation eines Pflegehelfers/-assistenten.
 

  • iEinsatz Pflegehelfer/-assistenz

Grundpflegerische Tätigkeiten/Unterstützung zu den Aufgaben „Planung der Maßnahmen“ und „Durchführung der Maßnahmen“ (sowie Ergänzungen zu Aufgabe 5 „Evaluation“, sofern diese das eigene Tätigkeitsfeld betreffen).

Der Besuch beim Facharzt bringt keine guten Nachrichten: Er vermutet nach der Tastuntersuchung ein Prostatakarzinom und schickt Herrn Klingler zu weiteren Untersuchungen in die Klinik.

  • iEinsatz Pflegeexperte APN Prostatakarzinom

Idealerweise stellt der Pflegeexperte APN den Kontakt zur Station her; Aufgaben: Austausch und Weitergabe von Information.
 

  • iEinsatz Pflegefachperson mit entsprechender Fachweiterbildung oder Fachexperte (Bachelorabschluss) zur Diagnostik

Primary Nurse mit Prozessverantwortung für die stationäre Behandlung bei komplexen Fällen, umfasst Aufgaben wie z.B. Aufnahme und akute Anamnese etc..
 

  • iEinsatz Pflegefachperson

Zur Unterstützung des prozessverantwortlichen Fachexperten/Primary Nurse. Die Aufgaben werden im Rahmen der qualifikatorischen Möglichkeiten und z.T. ausschließlich in Vertretung des Prozessverantwortlichen übernommen (Aufgaben mit höheren DQR-Levels werden in Vertretung übernommen).
 

  • iEinsatz Pflegehelfer/-assistenz

Zur Unterstützung der Pflegefachperson, Durchführung von klar definierten Aufgaben in trainierten Feldern, die auf sie/ihn delegiert wurden.
 

  • iEinsatz Familialer Pflegetrainer – Pflegefachperson mit entsprechender Weiterbildung

Zur Unterstützung bzw. Schulung und Beratung der Angehörigen/Ehefrau sowie Umfeldgestaltung.

In der Klinik stellt man eine bereits fortgeschrittene Krebserkrankung fest; es werden Metastasen in den lokalen Lymphknoten sowie in der Wirbelsäule gefunden. Eine Operation und anschließende Chemotherapie stehen zur Debatte. Die Ärzte raten dazu, auch wenn sie die Heilungschancen als begrenzt einschätzen. Herr Klingler entscheidet sich jedoch nach einem langen Gespräch mit seiner Frau gegen alle diese Maßnahmen. Er möchte so lange wie möglich bewusst und schmerzfrei zuhause leben. Das Ehepaar Klingler aktualisiert seine Patientenverfügung. Frau Klinger nimmt Kontakt zu einem ambulanten Palliativdienst auf und beantragt ein Pflegebett bei der Krankenkasse.

  • iEinsatz Pflegefachperson mit Fachweiterbildung „Palliativ- und Hospizpflege, mind. aber Zusatzausbildung „Palliativ Care“

Die Palliativ (Care)-Pflegefachperson ist Mitglied eines SAPV-Teams, dem auch ein Palliativmediziner angehört. Gemeinsam mit ihrem Team erbringt sie das gesamte Aufgabenspektrum der ambulanten Versorgung (Intake/Auftragsklärung, Erstbesuch und Assessment, Planung der Maßnahmen, Durchführung der Maßnahmen, Evaluation, Re-Assessment).

Fünf Monate später geht es Herrn Klingler deutlich schlechter. Da seine Frau völlig erschöpft ist, muss er für ein paar Wochen in eine stationäre Kurzzeitpflege. 

  • iEinsatz Pflegedienstleitung stationäre Langzeitpflege – mind. Bachelor-Abschluss mit langjähriger Berufserfahrung oder Masterabschluss

Aufgabe: Bewertung des komplexen Patientenprozesses beim Einzug in die Einrichtung, unterstützt durch Pflegefachperson
 

  • iEinsatz Pflegefachperson

Ergänzend/unterstützend zur Pflegedienstleitung bei Aufgabe 1 sowie des weiteren Versorgungsprozesses, unterstützt durch Pflegehelfer/-assistenz.
 

  • iEinsatz Pflegehelfer/-assistenz

Zur Unterstützung der Pflegefachperson bei Aufgaben ohne Fachverantwortung in einem definierten Tätigkeitsfeld.

Seine Frau soll vier Wochen zur Kur, kommt aber bereits nach 14 Tagen zurück, da sich der Zustand ihres Mannes in der Einrichtung rapide verschlechtert hat. Er kommt wieder nach Hause. Gegen die wachsenden Schmerzen erhält Herr Klingler nun Morphium aus einer Pumpe. Die Hausärztin und Mitarbeiter des Palliativdienstes kontrollieren dies regelmäßig.

  • iEinsatz Pflegefachperson mit Fachweiterbildung „Palliativ- und Hospizpflege, mind. aber Zusatzausbildung „Palliativ Care“

Die Palliativ (Care)-Pflegefachperson ist Mitglied eines SAPV-Teams, dem auch ein Palliativmediziner angehört. Gemeinsam mit ihrem Team erbringt sie das gesamte Aufgabenspektrum der ambulanten Versorgung (Intake/Auftragsklärung, Erstbesuch und Assessment, Planung der Maßnahmen, Durchführung der Maßnahmen, Evaluation, Re-Assessment).

Herr Klingler hat immer weniger wache Phasen. Der Pflegedienst kommt jeden Tag für die Körperreinigung und Umbettung. Als Frau Klingler eines Morgens ins Zimmer kommt, atmet ihr Mann nur noch ganz flach; kurz danach setzt die Atmung komplett aus. Sie ruft die Hausärztin an, die nur noch den Tod feststellen kann.